Archive for the 'Video' Category

The ground is moving

20.02.2010

2010
2-Kanal-Installation
10:00 min (Ausschnitte/Installationsansicht 2 min)
HD

Die Doppel-Projektion zeigt architektonische Situationen der Stadt Brüssel, in deren Schattenzonen eine zweite Realität eingeschrieben wird. Es ist wie ein gedehnter Moment eines Abends, wenn das letzte Sonnenlicht flach einfällt und alles in klare Licht- und Schattenzonen teilt. Menschen stehen vor den Gebäuden oder gehen langsam vom Hellen ins Dunkle, als wäre das Überschreiten dieser Grenze etwas Bedeutsames, Magisches. Die dunklen Zonen, die zuerst als schwarze Flächen wirken, bekommen durch die Figuren, die sich darin bewegen, eine räumliche Dimension, eine Raumtiefe. Es scheint eine zeitlose Zone auf, woher Menschen kommen oder wohin sie zurückgehen.

Premiere: solo show in der Cinémathèque Québécoise Montréal/Kanada, 19.3. - 25.4.2010

Tretet ein in die Kontinente

22.10.2009

2009
1-Kanal-Videoinstallation
5:50 min (Ausschnitt 4 min)
HDV

Ausserhalb Luxor schwenkt der Blick langsam im Kreis. Es stehen Menschen einzeln oder in Gruppen in der Wüste. Vom Himmel herunter kommen Touristen in einem grossen roten Ballon. Die Kamerasicht entspricht dem Blick eines Fremden, der sich umsieht. Ein paar Einzelheiten gleiten vorüber, ohne dass die ganze Situation wahrnehmbar wird. Der Blick wandert weiter auf der Wüstenoberfläche. Städtische Überbauungen werden sichtbar. In einer einzigen, langsam schwenkenden Einstellung wird eine Ankunft zusammengefasst, die Ankunft auf einem fremden Planeten, vermittelt in einer horizontalen Sicht, die nur allmählich etwas Distanz überwindet.

1. Preis SCOPE Subject/Art Basel 2010, Kunstfilm

Sinbad - new voyages

07.07.2009

2009
Live Performance mit Ahmad El-Sawy (Oud, Gesang, Electronics, Komposition) und Video-Projektion
oder 1-Kanal-Video
45:00 min (Ausschnitt 3 min)
HDV

Die Legende von Sindbad, der einst die Arabische Welt bereist hat, ist Ausgangspunkt für das Projekt; was würde dieser Sindbad zu Augen bekommen, wenn er heute unterwegs wäre? Die Zusammenarbeit des aegyptischen Musikers mit dem Schweizer Videokünstler vereint verschiedene Gesichtspunkte: Ahmad El-Sawy hat arabische Lyrik in Musik umgesetzt. Die zum Teil über 200-jährigen Texte lesen sich wie aktuelle Kommentare zur heutigen Zeit. Es geht um Heimat, Arm und Reich, Religion und ganz zentral um den Verlust der eigenen Kultur.
Christoph Oertli hat während zwei längeren Aufenthalten in Aegypten Videobilder gedreht und diese zu einem Bildstrang verdichtet, der einer Reise durch verschiedene Jahrhunderte gleicht: an der Kamera ziehen langsam Landschaften, städtische Szenen und ultra-moderne Gebäudekomplexe vorüber. Ein junger Mann verkörpert den heutigen Sindbad; er ist zeitweise in seinem Land unterwegs, mitunter unternimmt er aber auch virtuelle Reisen an seinem Computer, da ihm Mittel und Möglichkeiten für Auslandreisen fehlen.

Tiger

02.04.2008

2008
2-Kanal-Videoinstallation
1:30 min / ohne Ton
HDV

Zwei Bilder, welche eine Frau in Bezug zu je einem ausgestellten Objekt zeigen. In dieser Arbeit suche ich den Moment, wo Leben anfängt und Leben sich vom Tod unterscheidet. Anfang nicht als Geburt, sondern der Anfang eines Zustandes, den man lebendig nennt im Gegensatz zu unbelebt oder tot. In diesem Minimum einer Bewegung, in diesem Puls, liegt auch eine Art Essenz vom Lebendigsein.

Mit Chun-Hwei Lin

Karta

02.04.2008

2008
1-Kanal-Video oder 2-Kanal-Installation
11:00 min (Ausschnitt 6 min)
HDV

Zwei Männer befinden sich in den weiten Gängen und Räumen eines verlassenen Gebäudes. Die Kamera folgt jeweils dem einen, bis er auf den zweiten trifft. Es kommt zu Begegnungen, die immer wieder anders ausfallen. Es werden Beziehungsarten skizziert, die von nüchtern und beiläufig bis zu nahe und vertraut variieren. Der Zustand des leeren Gebäudes ändert zum Teil sprunghaft: es zerfällt in Trümmer.
Die zwei Protagonisten werden über die Zeit hinweg nicht greifbarer als Personen, sondern sie verlieren sich im Gebäude, welches sich parallel dazu selber zersetzt.

Mit Rüdiger Böß, Marco Zbinden

Sounddesign: Thomas Jeker

Nominiert für ‘Basler Filmpreis 2009′, Kategorie ‘Kunstfilm’

Taxila

02.04.2007

2007
1-Kanal-Video
9:00 min (Ausschnitt 5 min)
SD Pal

Das Kamera-Auge überschaut einen Tag Taxilas. Sie tritt von der Strasse in ihr Haus, sitzt mit Freunden am Tisch, legt sich schlafen, steigt nachts zum Fenster hinaus und geht bis zu einem Baum. Zurückblickend vermischen sich äussere und innere Stimmen zu einem lückenhaften Bericht; das Lächeln des Nachmittags steht der dunklen Front von Menschen gegenüber, die eben noch enge Vertraute gewesen sind.

Mit Danaé Verlet, Tristan Christann, Ursula Llewelyn, Usman Saeed, Ryad Slimani, Akira Tsukada

Sounddesign: Thomas Jeker

Cairo

02.04.2006

2006
1-Kanal-Video
11:00 min (Ausschnitt 5 min)
SD Pal

Kairo. Das Video fokussiert auf die Wege, die in dieser Stadt zurückgelegt werden. Wege, die jeder Bewohner für sich und in der Masse alleine machen muss. In der täglichen Realität ergibt das eine permanente ‚Massenverschiebung’, damit jeder sein Wohnen und Arbeiten sicherstellen kann. Wir sehen einen jungen Mann, der sehr langsam geht. Er erhält neun verschiedene Gesichter und seine Bewegung erstreckt sich über eine ganze Reihe von Strassen und Quartiere Kairos. Um ihn herum ist Lärm und viele andere Menschen. Dann ist er plötzlich alleine, er geht unbeirrt langsam weiter. Es gibt einzelne Figuren, die seinen Weg kreuzen.

Mit Mohammed Aladin, Mazin Algizoly, Omar Ghayatt, Adham Hafez, Diyaaldin Helmy, Roby, Mohammed Sadik, Tarek Shalaby, Mohammed Roshdy.

1er prix Vidéoformes, Clermont-Ferrand/France (2008)

Songs: (N°1) Alice

02.04.2005

2005
1-Kanal-Video
4:00 min
SD Pal

Coverversionen von Songs: ‘Song for Alice’ von Keren Ann.

Alice: Die Plansequenz evoziert eine nächtliche Strasse und das Feuer, welches die obdachlose Alice gelegt haben soll. Studioinstallation mit aufgehängten, um sich kreisenden Haartrocknern und aufgeschlitzten Plastiktüten als Bühnenbild.

Mit Christoph Oertli

Noch sehend verschwanden die Matrosen

02.04.2005

2005
1-Kanal-Video
9:50 min (Ausschnitt 5 min)
SD Pal

Das Video zeigt eine Gruppe von Männern, versammelt in der Halle eines öffentlichen Gebäudes. Es wird gesprochen, gelacht, beobachtet. Einzelne gehen weg, kommen zurück, verhalten sich merkwürdig. Eine minimale Choreographie lenkt die Gesten der Männer und legt die unbewussten Verhaltensregeln offen.

Mit Jean-Paul Bezzina, Mauro Bordin, Nicolas Buchoux, Nicolas Carpentier, Massimo Carrozzo, Daniel Collados, Antoine Colnot, Jean-Marc Coudert, Alexandre Delawarde, David Gierten, Jean-Christophe Laurier, Franklin Roulot, Ydire Saïdi, David Seigneur, Gregor Siber, Clemens Stolzenberg, Jonas Zipf.

Sounddesign: Thomas Jeker

Come, heavy sleep

02.04.2004

2004
1-Kanal-Video
8:00 min (Ausschnitt 4:40 min)
SD Pal

Ein Wohzimmer, nachts. Eine ausgewählte Möblierung, aber ohne Spuren der Bewohner. Ein nackter junger Mann durchquert mehrmals den Raum; mal legt er sich auf ein Sofa, mal stellt er einen leergegessenen Teller auf den Tisch. Er wirkt wie ein Fremder, der sich ins Haus eingeschlichen hat. Die Möbel werden wie von unsichtbarer Hand leicht bewegt, ausgetauscht oder sie verschwinden ganz. Die Privatheit und Körpernähe im Wohnbereich wird kontrastiert mit der Perspektive des von aussen Zuschauenden, wenn die Situation als Vitrine eines Geschäfts erkennbar wird.

Mit Clément Pelletier

Plan fixe

02.04.2003

2003
1-Kanal-Video
6:30 min (Ausschnitt 4:30 min)
SD Pal

In einem öffentlichen Raum bleibt ein Mann plötzlich stehen. Er verliert das Vertrauen in die unmittelbare Realität, ein nächster Schritt gelingt ihm nicht mehr. Es folgen Griffe in die Leere. Die Leitlinien in Form von unpersönlichem Mobiliar taugen nichts; sie halten der Bedrohung nicht stand. Es entsteht ein Seilziehen, um den Mann in’s Hier und Jetzt zurückzuholen.

Mit Emmanuel Landier, Jean-Christophe Laurier

19x barfuss

02.04.2002

2002
1-Kanal-Video
7:30 min
SD Pal

In diesem Stück bedingen sich Kamera und Objekt unmittelbar: der Performer ist über einen Nylonfaden mit der beweglichen Kamera verbunden. Mit jeder Körperbewegung animiert er so sein eigenes Abbild. Die Performance funktioniert erst durch das Auge der Kamera, wenn die Aktion des Performers mit der Kamerabewegung kombiniert sichtbar ist.Er befindet sich in einem sonderbaren Tanz immer leicht ausserhalb seiner Mitte oder fälllt ganz aus dem Rahmen. Sein eigentlicher Auftritt wird durch die eigene Anstrengung sabotiert. Jeder Bewegungsimpuls bedeutet eigenes Aktivwerden der Figur, verursacht aber auch ihr Scheitern und Verschwinden.

Mit Christoph Oertli

V.I.D. (Video in der Dampfzentrale)-award Bern (2003)

Haushalten

02.04.2001

2001
1-Kanal-Video
7:00 min (Ausschnitt von 4:30 min)
SD Pal

Möbelfragmente und Deckenlampen geraten ins Wanken: ‘Haushalten’ stellt die Frage nach der Behausung, die ein Mensch sich schafft, verlässt oder zeitlebens sucht. Wieviel Struktur, Rhythmus, Sicherheit, Verpflichtung und Verantwortung gehören zu einer Behausung im Leben? Es herrscht ein fixes System, dem sich der einzelne zugehörig fühlt. Dieses Gefüge von vermeintlicher Stabilität wird zur Bedrohung.

Mit Christoph Oertli

1er prix Vidéoformes, Clermont-Ferrand/France (2003)

Yellowknife

05.04.2000

2000
1-Kanal-Video
6:00 min
SD Pal

‘Yellowknife’ katapultiert den Betrachter aus nächster Nähe ins Nichts hinaus und hinterlässt dabei nur schwache Lichtspuren. Man sieht Bilder eines vibrierenden Gesichts und heller Objekte, die von kleinen Explosionen durch’s Dunkle getriebenen werden. Das Video oszilliert zwischen Raum- und Zeitdimensionen, da Vergleichsmassstäbe oder fixe Anhaltspunkte bei den abgebildeten Objekten fehlen. Greifbare Momente stehen so dem Unfassbaren gegenüber.

Mit Christoph Oertli

Sounddesign: Daniel Almada

Felix in schwarz-weiss

05.04.1999

1999
1-Kanal-Video
12:00 (Ausschnitt 5 min)
SD Pal

‘Felix in schwarz-weiss’ handelt von der Erfahrung, in einem Moment und in einer Rolle gefangen zu sein. Während die Zeit sich langsam verdichtet, scheint die Figur in verschiedene Physiognomien zu zerfallen. Diese Fragmentierung bedeutet aber auch die Chance, sich neu und anders wieder zusammenzusetzen.
‘Felix in schwarz-weiss‘ entspricht vielleicht einer Momentaufnahme, aber nie der ganzen Wahrheit.

Mit Christoph Oertli

no sunday no monday

05.04.1997

1997
1-Kanal-Dokumentarvideo
58:00 min (Ausschnitt 3 min)
SD Pal

Ein Schiff fährt um die Welt. Während auf den Oberdecks die Suche nach dem Fremden die Menschen vergnüglich begleitet, arbeiten Stockwerke unter ihnen eben jene Fremden, die ihr Land verlassen mussten, weil die sozialen Verhältnisse dort ein Ueberleben nicht mehr garantieren konnten.
Der Film zeigt eine unbekannte Realität in Nahaufnahme, deren Bezüge zum Leben auf unserem Planeten, den das Schiff umfährt, nicht vielfältiger und aktueller sein könnte.

Förderpreis Film- und Videotage Basel (1997)

Carmelo

05.04.1995

1995
1-Kanal-Video
12:00 min (Ausschnitt 4:40 min)
SD Pal

C.O. geht in seinem Video ‘Carmelo‘ der Inszenierung von erotischen Momenten und Verführungen nach. Schon der Titel, in dem das Wort ‘Chamäleon‘ anklingt, verweist auf die Ambiguität von Identität (. ..).
Wir begegnen Männern, die sich in verschiedenen Situationen jeweils neu medialisieren und damit ihren Körper immerfort zu einem neuen und anderen Zeichen machen (Kolja Kohlhoff in: ‘Rosa für Jungs, hellblau für Mädchen‘, NGBK Berlin 1999).

Mit Plastik Patrick, Michael Donges, Markus Müller, Marcel Rohde

Indi Melussi

05.04.1994

1994
1-Kanal-Video
4:00 min
SD Pal

Ein Video-Hör-Stück, komponiert aus den stimmlichen Aeusserungen dreier Frauen. Dieser Arbeit geht das Interesse voraus, dass die Tonebene das Bild bestimmt, dass im Zentrum das Produzieren von Klängen steht, was ein visuelles Ereignis nach sich zieht. Die Bilder der Sprechenden haben für einmal nur noch sekundäre Bedeutung und dokumentieren bruchstückhaft die entstehenden Klänge.

Mit Clara Buntin, Magdalena Furrer, Anita Pfister